Krise in der deutschen Autoindustrie: Probleme bei VW, Stellantis und Bosch
Der Autokonzern Stellantis (Opel, Peugeot, Fiat, Chrysler) stoppt die Produktion in vielen europäischen Werken. Grund dafür: sinkende Nachfrage1. In Deutschland wird die Fabrik in Eisenach für zwei Tage stillgelegt. Offiziell geht es darum, „die Produktion an den schwierigen Markt anzupassen und Lagerbestände abzubauen2“.
Einer der größten Autozulieferer3, Firma Bosch, hat diese Woche auch gemeldet: bis 2030 in seiner Autosparte Bosch Mobility bis zu 13.000 Stellen in Deutschland werden gestrichen. Besonders betroffen sind die Standorte Feuerbach, Schwieberdingen, Waiblingen, Bühl und Homburg.
Bosch-Chef Stefan Grosch erklärte: „Wir müssen effizienter werden, um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen.“
Foto von Hermes Rivera auf Unsplash
Auch Volkswagen hat Probleme. In Hannover soll die Produktion von Transportern im Herbst für fünf Tage pausieren. Außerdem wird in Zwickau und Dresden ab Anfang Oktober eine Woche lang nicht produziert. Grund: Die Nachfrage nach Elektroautos ist viel schwächer als erwartet. In Osnabrück wird bis Ende 2025 jede Woche mindestens ein Tag weniger gearbeitet.
Richterwahl: warum so politisch?
Diese Woche hat der Bundestag drei neue Richter des Bundesverfassungsgerichts4 gewählt. Normalerweise läuft die Richterwahl ruhig. Diesmal brauchte die Koalition (CDU/CSU und SPD) im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit5, jede Stimme zählte. Es gab viel Taktik, Nervosität und Kritik von rechts.
Im Juli war die Wahl gescheitert6: Die damalige SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf wurde wegen ihrer Position zur Abtreibung7 stark kritisiert. Es gab auch Plagiatsvorwürfe gegen ihre Dissertation. Sie zog die Kandidatur zurück.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist Deutschlands höchstes Gericht für Verfassungsfragen. Es prüft, ob Gesetze und staatliche Entscheidungen mit dem Grundgesetz (Verfassung) vereinbar sind. Es kann Gesetze stoppen oder ändern lassen, wenn sie gegen Grundrechte verstoßen. Die Richter werden vom Bundestag und vom Bundesrat gewählt.
Deutsche Bahn: Neue Chefin, neue Strategie
Verkehrsminister Patrick Schnieder hat am Montag eine neue Strategie für die Deutsche Bahn vorgestellt. Ziel ist es, das Unternehmen aus der Krise zu holen. Auch wurde eine neue Chefin von DB vorgestellt: Evelyn Palla. Sie leitete bisher DB Regio.

Schnieder hat die Ziele zur Pünktlichkeit nach unten korrigiert. Bis 2029 sollen 70 % der Fernzüge8 pünktlich sein. Früher war das schon für 2026 geplant. Später sollen es 80 %, langfristig 90 % sein. Im Nahverkehr9 gilt weiter: mehr als 90 %.
Die Versprechungen wurden von vielen Experten und NGOs hart kritisiert, vor allem, dass sie nicht konkret sind. Aber der Verband Pro Bahn lobt die Strategie: “Wenn man es schafft, dass nur jeder dritte Zug Verspätung hat, ist das ein Fortschritt10”.
Skandal um Antisemitismus: ein Bürgermeister tritt zurück
Ein kleiner Ort Klütz in Mecklenburg-Vorpommern steht plötzlich im Zentrum einer großen Debatte. Nach Kritik gibt Bürgermeister Jürgen Mevius sein Amt ab11.
In Klütz sollte im Oktober 2026 die Hannah-Arendt-Woche stattfinden. Das ist ein Kulturfestival zum 120. Geburtstag der bekannten Philosophin Hannah Arendt. Dort war der Publizist Michel Friedman, Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender, eingeladen.
Doch dann wurde seine Veranstaltung abgesagt12. Das machte der Bürgermeister. Er hatte Angst, dass rechte Gruppen oder Hamas-Sympathisanten das Event stören könnten. Später erklärte Mevius aber, der Grund war nicht Angst, sondern das Honorar für den Schriftsteller.
Die Reaktion war starke Kritik in der Gesellschaft. Deswegen sagte der Bürgermeister, dass er sein Amt abgeben wird.
Worüber diskutierten deutschen Medien
Die Rede von Trump bei der UN-Versammlung
Am 24. September 2025 sprach US-Präsident Donald Trump bei der UN-Vollversammlung in New York. Er musste 20 Minuten sprechen, aber er sprach fast eine Stunde. Seine Rede wurde in den größten deutschen Medien stark kritisiert.
Zum Beispiel, seine Aussage “Ich habe sieben Kriege beendet“ (zwischen Ägypten und Äthiopien oder Serbien und dem Kosovo). Aber das stimmt nicht. Viele dieser Konflikte waren keine echten Kriege, sondern politische Streitigkeiten, und sie sind bis heute nicht beendet.
Trump auch sagte, dass Deutschland wieder Atomkraftwerke13 gestartet hat. Das stimmt auch nicht. Deutschland ist 2023 aus der Atomenergie ausgestiegen14. Die Regierung will bis 2030 80 % Strom aus erneuerbaren Energien bekommen.
Drohnen über NATO Staaten
Russische Drohnen und Flugzeuge wurden in Polen, Rumänien und Estland gesehen. Diese Woche auch in Schweden, Norwegen und Dänemark.
Politologe Stefan Meister sagt im Interview der Tageschau: Russland will testen, wie die NATO reagiert. Es wird mehr Provokationen geben.
Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass die NATO klarer sprechen sollte. Das fordern auch andere Experten.
Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius sagt laut dpa: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht im kompletten Frieden.“
die Nachfrage → wie viele Leute ein Produkt kaufen wollen
Lagerbestände abbauen → weniger produzieren, damit die alten Produkte zuerst verkauft werden
der Autozulieferer → Firma, die Teile für Autos herstellt
das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) → höchstes Gericht in Deutschland. Es prüft, ob ein Gesetz oder eine Entscheidung der Regierung mit dem Grundgesetz (der Verfassung) übereinstimmt
die Zweidrittelmehrheit → 2/3 der Stimmen
scheitern → nicht gelingen, nicht klappen
die Abtreibung → Schwangerschaft abbrechen, also wenn eine Frau ihr Kind nicht zur Welt bringt
der Fernverkehr, der Fernzug → schnelle Züge wie IC oder ICE
der Nahverkehr → Regionalzüge wie RE oder S-Bahn
der Fortschritt → positive Entwicklung, Verbesserung
das Amt abgeben → zurücktreten, sein Amt verlassen
absagen → sagen, dass etwas nicht stattfindet
das Atomkraftwerk → Fabrik, die Strom aus Atomenergie macht
aus der Atomenergie aussteigen → aufhören, Atomenergie zu benutzen




